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Rundum gepflegtes Altwerden in Westerstede

29. März 2010 0 Kommentare

Rundum gepflegtes Altwerden in Westerstede
Die „Quartier-Lösung“ der SPD
Im Jahr 2009 hat sich die SPD unter dem Stichwort „Perspektivenwechsel“ einmal in die Situation älterer und behinderter Menschen hineingedacht, die Versorgungs- und Pflegebedarf haben.
Häufig treffen wir dabei auf Situationen, in denen die Betroffenen zwar Kinder haben, die aber nicht vor Ort sind oder sie aus anderen Gründen nicht pflegen oder mitversorgen können.

Speziell Frauen sind in dieser Situation häufig besonders betroffen. Sie sind oft verwitwet und haben nicht selten ihre Ehepartner, Eltern und Schwiegereltern bis zu deren Tode gepflegt, um selbst in die Jahre gekommen, ohne familiäre Unterstützung zurück zu bleiben.
85 % der Menschen in Pflegeheimen sind Frauen.
Weit über 90 % aller Älteren wünschen sich, zu Hause zu leben und auch in der letzten Phase ihres Lebens zu Hause bleiben zu können. Für viele bleibt dies zur Zeit nur ein frommer Wunsch und für die Meisten ist die Vorstellung, irgendwann in ein Pflegeheim übersiedeln zu müssen, eine psychische Belastung, die sie so gut wie möglich im Alltag verdrängen, solange sie noch einigermaßen klar kommen.
Die Jüngeren, die im Grunde auf dem gleichen Weg sind, setzten sich sehr häufig gar nicht mit dem Thema auseinander und halten die Frage des Älterwerdens und Pflege-heimes für das Problem anderer.
Uns allen fällt gar nichts mehr daran auf, wenn von Alten-„zentren“ gesprochen wird. Man macht sich keine Gedanken mehr darüber, dass es sich eigentlich um offene Ghettos handelt, in denen man Menschen zusammenzieht, die oftmals nichts weiter mit einander verbindet als ihr Geburtsjahrzehnt und / oder bestimmte körperliche Einschränkungen, die es ihnen unmöglich machen, die gesellschaftlich erforderte Anpassungsleistung für den Alltag zu erbringen.
Das es ihnen unmöglich ist, liegt oft daran, dass das Umfeld in „normalen“ Wohngebieten eben nicht unbedingt barrierefrei ausgestaltet ist. Das Einfamilienhaus, welches in den späten 60zigern oder ab der 70ziger Jahre gebaut wurde, hat unüberwindbare Geschosshöhen, Badezimmer, die bei Mobilitätseinschränkungen unpraktisch sind, Türöffnungen, die für einen Rollstuhl zu eng sind, einen viel zu großen Garten, der schließlich nicht verkommen darf , keinen Kaufmann um die Ecke und so weiter.
Und noch heute bauen Architekten für junge Familien Häuser, die alles andere als barrierefrei sind. Neue Wohngebiete entstehen, die in ein paar Jahrzehnten genauso viele Altersleerstände haben werden, wie wir sie heute schon in den Baugebieten der 70ziger Jahre allmählich erkennen können.
Wir sind Verdrängungskünstler und beziehen weder den Umstand, dass wir durch Krankheit oder Unfall von jetzt auf gleich schwer behindert sein können, noch den Fakt, dass wir alle alt werden, rechtzeitig in unsere Überlegungen mit ein. Und wenn wir es doch tun, dann sind wir so daran gewöhnt, dass es ohne Pflege- und Altenheime nicht geht, dass wir schon glauben, das Zusammenlegen von Alten und Pflegebedürftigen in bestimmten Zentren oder Häusern sei eine schicksalhafte Entwicklung, an der man nichts ändern könne.
Eine Vielzahl internationaler Studien belegt hingegen, dass behinderte und ältere Menschen nicht nur so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung leben wollen, sondern mit ein bisschen kluger Unterstützung genau das auch können.
Voraussetzung ist, dass wir nicht mehr in Beton investieren, sondern in Infrastruktur.
Die SPD hat sich mit allen möglichen Wohnformen im Alter auseinander gesetzt.
Wir vertreten den Standpunkt, dass es zu den elementarsten Bürger- und Menschen-rechten gehört, bis zum Tode ein selbstbestimmtes Leben zu leben und dazu gehört auch, dass wir auch im Fall der Krankheit und Pflegebedürftigkeit die Wahl haben, wo wir leben möchten.
Es geht nicht darum, die Familien damit allein zu lassen, sondern durch eine konsequent eingerichtete Infrastruktur-Glocke, die wir über die einzelnen Wohnquartiere planen wollen, jeden Menschen zu Hause so zu versorgen, wie er es braucht.
Das kann zunächst mal einfach nur ein Hausmeister- oder Gärtnerdienst sein, der ange-fragt wird, wenn man den Rasen vielleicht nicht mehr selbst mähen kann oder das Aus-wechseln der Glühbirne schwierig ist, weil man schnell schwindelig wird.
Vielleicht kann man nicht mehr die schweren Einkaufsgüter selbst besorgen, weil es mit dem Autofahren nicht mehr so klappt, später braucht man Hilfe vielleicht bei der Insulin-Spritze und ganz zum Schluss eine palliative Versorgung.
Für alles kann das Service-Büro im Quartier Abhilfe schaffen. Es hilft niederschwellig bei den kleinen Sachen und auch hochqualifiziert im Ernstfall und es lässt auch die berufs-tätige Mutter nicht allein, wenn das Kind mal nicht zur Schule oder in den Kindergarten kann, weil es sich nicht wohl fühlt. Da ein Quartier nun mal Betreuungskräfte hat, sind sie natürlich für alle abrufbar.
So betreuen wir nach unserer Vorstellung mit unserem Service-Haus ein ganzes Quartier.
Alt und jung gemeinsam, jeden nach seinem persönlichen Bedarf.
Sie meinen das kann nicht funktionieren?
Dänemark hat es uns vorgemacht. Bereits in den 80ziger Jahren hat man dort konse-quent einen Baustopp für Pflegeheime verhängt, um alternative Betreuungsformen voran zu bringen. Eine Konsequenz, die sich gelohnt hat.
In Bielefeld hat man sich für das „Bielefelder Modell“ entschieden, in dem ambulante Betreuung in allen Lagen geleistet werden kann. Hannover prüft „Daheim statt Heim“ und viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben sich der Bundesinitiative „Daheim statt Heim“ schon angeschlossen, wie wir als SPD- Ortsverein auch.
Recherchieren Sie selbst an dieser Stelle weiter und helfen Sie mit im Interesse Ihrer Zukunft oder der Zukunft der Menschen, die Ihnen am Herzen liegen und denen Sie bis zum Schluss ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen möchten.
Wir in Westerstede schaffen das!

Schreiben Sie uns Ihre Meinung oder teilen Sie uns Anregungen mit.
 



 

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